Der Weg eines Hundes aus dem Asyl in Kroatien in ein neues Leben ist oft weit – und das nicht nur in Kilometern. Für viele Hunde ist der direkte Sprung vom Tierheimalltag in eine deutsche Familie eine enorme Herausforderung. Hier kommen Menschen wie Kirsten ins Spiel. Sie sind die Brückenbauer, die den Hunden zeigen, wie sich Geborgenheit anfühlt.
Von der Adoption zur Mission
Kirstens Weg begann mit der Hündin Katija von Lesika. Doch aus einem Hund wurde eine Herzensangelegenheit. Über die Adoption der Geschwister Mucica und Lenny wuchs nicht nur ihr eigenes Rudel, sondern auch der Entschluss, aktiv zu helfen.
Mittlerweile blickt Kirsten auf 30 Pflegehunde zurück. Ihr Fokus liegt dabei oft auf den „Vergessenen“ – jenen Hunden, die aufgrund ihres Alters, ihres Aussehens oder ihrer Schüchternheit im Asyl oft übersehen werden und kaum eine Chance auf Vermittlung hätten.
Erziehung mit Herz und ohne Zeitdruck
Was eine Pflegestelle so wertvoll macht, ist die Vorbereitung auf den Alltag. Bei Kirsten lernen die Hunde:
Was es bedeutet, in einem Haus zu leben.
Wie man sich in ein bestehendes Rudel integriert.
Dass Menschen Vertrauenspersonen sind.
Kirsten arbeitet mit enormem Einfühlungsvermögen und – was vielleicht am wichtigsten ist – ohne Druck. Sie lässt sich ganz auf das Individuum Hund ein. Ein Pflegehund muss bei ihr nicht „schnell weg“. Diese emotionale Freiheit erlaubt es dem Tier, in seinem eigenen Tempo anzukommen und sein wahres Wesen zu zeigen.
Der schwerste und schönste Moment: Das Loslassen
Einen Hund nach Wochen oder Monaten wieder abzugeben, ist die größte Herausforderung für jede Pflegestelle. Auch Kirsten fällt dieser Abschied oft schwer. Doch ihre Motivation ist größer als der Abschiedsschmerz:
„Das Ziel ist immer das perfekte neue Zuhause. Wenn ich sehe, wie meine Schützlinge in ihren neuen Familien noch mehr aufblühen als bei mir, weiß ich, warum ich das mache.“
Durch ihre Arbeit sind die Hunde bereits sozialisiert und eingeschätzt. Das nimmt den neuen Besitzern die Unsicherheit und sorgt dafür, dass „Topf und Deckel“ wirklich zusammenfinden.
Warum wir mehr „Kirstens“ brauchen
Ohne Pflegestellen bleibt das Asyl in Kroatien für viele Hunde die Endstation. Eine Pflegestelle schenkt einem Hund nicht nur ein vorübergehendes Dach über dem Kopf, sondern eine Identität. Aus „Hund Nummer X“ wird „der verschmuste Begleiter, der Katzen mag und stubenrein ist“.
Kirsten hat bewiesen: Mit Erfahrung, Geduld und einem stabilen Rudel im Rücken kann man die Welt für 30 Hunde (und mehr!) nachhaltig verändern.
